Römisches Geld am Limes

Mittwoch, 18.11.2026 18:30 Uhr 8,00 €

Neue Funde und Erkenntnisse

Der Einsatz von Metalldetektoren hat die Erforschung der römischen Kastelle am hessischen Limes in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend vorangebracht. Die überwiegend im Auftrag und mit Genehmigung der Denkmalpflege durchgeführten Untersuchungen sowie die Zusammenarbeit mit privaten Sondengängern führten zu einem enormen Zuwachs an Münzfunden: In Oberflorstadt stieg ihre Zahl von 59 auf 194, in Inheiden von 46 auf 543 und in Arnsburg von 25 auf 602 Exemplare.

Diese Funde ermöglichen neue Einblicke in den Geldumlauf am Limes. Sie zeigen, womit römische Soldaten bezahlt wurden, wie hoch ihr Sold war und welche Preise aus der Römerzeit überliefert sind.

Bemerkenswert ist, dass die Münzreihe in allen Kastellen mit Prägungen der Kaiser Alexander Severus und Maximinus Thrax (235–238 n. Chr.) endet. Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit der Schlacht am Harzhorn bei Göttingen, die auf die Jahre 235 oder 236 n. Chr. datiert wird. Das beteiligte römische Heer dürfte von Mainz aus über die Wetterau nach Norden gezogen sein. Zeitgleich endet auch der Münzhorizont der Kastelle am hessischen Limes.

Referent

Dr. Frank Berger ist Numismatiker und ausgewiesener Experte für den römischen Münzumlauf in Nordwestdeutschland. Er war Kurator für Numismatik am Kestner-Museum Hannover sowie am Historischen Museum Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Fundmünzen aus Kalkriese (Varusschlacht), vom Harzhorn und aus den römischen Kastellen am Limes.