BIATEC. NONNOS. Die Kelten an der mittleren Donau
Sonderausstellung
9. Mai 2015 bis 1. Dezember 2019

hagFrankfurter Vorträge
zu Archäologie und Geschichte

Mittwoch, 18. September 2019
18:00 Uhr, Eintritt frei

cambal

Gürtelschließe, Bronze, Stupava, ca. 400 v. Chr.
© Slovenské národné múzeum-Archeologické múzeum Bratislava


Kelten in der Südwestslowakei

Dr. Radoslav Cambal C Sc
Slowakisches Nationalmuseum, Bratislava

Der Archäologe Radoslav Cambal skizziert anhand zahlreicher Funde und Befunde von Siedlungen und Gräberfeldern die latènezeitliche Besiedlung und deren Entwicklung in der Südwestslowakei. Dabei wird nicht nur die wichtige Siedlung zentralen Charakters auf dem Berg Slepý mit all den dokumentierten Fibeln vorgestellt, sondern auch die nähere Umgebung von Bratislava beleuchtet. Entwicklungen, Veränderungen und Beeinflussungen präsentieren die spannende Geschichte der Kelten im Bereich der Südwestslowakei.


hagFrankfurter Vorträge
zu Archäologie und Geschichte

Mittwoch, 2. Oktober 2019
18:00 Uhr, Eintritt frei

rieckhoff

Steinerner Kopf, Mšecke Žehrovice, 3. / 2. Jh. v. Chr.

„Was kann hässlicher sein als eine keltische Stadt?“ – Römische Arroganz und die Anfänge der Stadt in Mitteleuropa

Prof. Dr. Sabine Rieckhoff
Universität Leipzig

„Was kann hässlicher sein als eine keltische Stadt?“ ereiferte sich der römische Politiker Cicero 56 v. Chr., obwohl er nie einen Fuß auf keltischen Boden gesetzt hatte. Heute wissen wir es besser. Neueste Forschungen zeigen, dass die von den Römern Oppida genannten ersten Städte des 2. / 1. Jh. v. Chr. den Beginn einer Hochkultur markieren. Das belegen u. a. eine repräsentative und planvolle Bebauung, technologische Spezialisierung, gesellschaftliche Differenzierung sowie die Entwicklung von Geld und Schrift. Entstehung und Untergang dieses ebenso plötzlich wie kurzfristig auftretenden urbanen Phänomens zwischen Paris und Prag werfen Fragen auf, die unterschiedlich beantwortet werden müssen.  


hagFrankfurter Vorträge
zu Archäologie und Geschichte

Mittwoch, 6. November 2019
18:00 Uhr, Eintritt frei

elschek

Zohor, Fürstengrab © Kristian Elschek

Die germanische Besiedlung der Südwestslowakei während der älteren Römischen Kaiserzeit, das Vannius-Königreich und die germanischen Eliten

Dr. Kristian Elschek C Sc
Archäologisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Nitra

Die Anfänge der germanischen Besiedlung und die Bildung der festen römischen Grenze „Limes Romanus“ an der mittleren Donau hängen mit dem Ende der keltischen Besiedlung und dem Niedergang des Oppidums von Bratislava zusammen. Die ersten Germanen kamen zum Zusammenfluss der Donau mit der March, entlang der die Bernsteinstraße führte, nach dem Fall Marbods um das Jahr 18 n. Chr. mit der Ansiedlung seiner Gefolgschaft in diesem Gebiet. Nach neuesten Untersuchungen kommen kurz nach der Zeitenwende auch Teile der germanischen Quaden in das Gebiet der heutigen Südwestslowakei, es wurde ihnen im Jahr 20 (21) n. Chr. von den Römern Vannius als dessen König bestimmt. Die Kontakte mit dem Römischen Reich an bedeutenden Handelsrouten – der Donau- und Bernsteinstraße – ermöglichten im 1. Jahrhundert n. Chr. eine deutliche soziale Differenzierung der germanischen Gesellschaft und Schaffung von Eliten. Davon zeugen die  Fürstengräber der sog. „Lübsow-Gruppe“. Diese reichen Bestattungen wurden im nördlichen Mitteldonaugebiet, z. B. in Zohor und Vysoká pri Morave im südlichen Marchgebiet der Slowakei, Neuruppersdorf in Niederösterreich und Mušov „U Svätého Jána“ in Südmähren, untersucht.


hagFrankfurter Vorträge
zu Archäologie und Geschichte

Freitag, 29. November 2019
18:00 Uhr, Eintritt frei

musilova

Die Burg Bratislava während der Ausgrabungen im Burghof
© Peter Chromek


Römische Großbauten des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf der keltischen Akropolis von Bratislava

Dr. Margaréta Musilová C Sc
Städtisches Institut für Denkmalschutz Bratislava

Die Archäologin Margareta Musilova berichtet von den Forschungen auf der Burg Bratislava, die eine besondere strategische Lage an der Donau einnimmt. Erstmals wurden in dieser Region Architekturreste des 1. Jahrhunderts v. Chr. nachgewiesen, denen das römische Bauwesen zugrunde liegt. Diese Entdeckung zählt zu den großen Überraschungen auf dem Burgberg. Ließen sich die keltischen Herrscher solche Gebäude von römischen Baumeistern bauen? Den intensiven Kontakt zum Römischen Imperium hebt ein Gebäudekomplex mit römischem Pflaster und Mosaik in opus caementitium hervor. Während der Ausgrabungen kam zudem ein Münzschatz mit keltischen Gold- und Silbermünzen unter dem Boden des domus zu Tage. Er belegt die überregionale politische und wirtschaftliche Bedeutung des Fundortes.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok