Wolkenkratzer des Mittelalters

Wolkenkratzer des Mittelalters

Französische Wohn- und Wehrtürme des 11. Bis 15. Jahrhunderts

18. Januar bis 6. April 2003

55 Meter hoch ragte im Mittelalter der gewaltige Turm von Coucy im Herzen Frankreichs in die Höhe. Er gilt als der größte der zahlreichen Donjons Frankreichs, jener mächtigen Wohn- und Wehrtürme, die als Vorbilder für zahlreiche Burgen des Abendlandes und der Kreuzfahrerstatten dienten. 1223/25 von Baron Enguerrand III. errichtet, erlebte die kolossale Burganlage in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Erweiterungen und Umbauten. Seine wechselvolle Geschichte endete am 27. März 1917, als der Donjon von deutschen Truppen im Zuge einer Frontverlegung mit 28t Dynamit in die Luft gesprengt wurde.

In mühevoller Kleinarbeit hat die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde Aachen e.V. ein detailgetreues Modell im Maßstab 1:25 erstellt. Rund 2500 handbemalte Figuren illustrieren das mittelalterliche Leben und Treiben auf dem Donjon von Coucy, aber auch seine Belagerung durch englische Truppen. Rittersaal und Folterkeller, Küche und Schmieden, Handwerker bei der Arbeit, Gaukler und Spielleute, Feste und Alltag werden so für den Betrachter wieder zum Leben erweckt. Beeindruckend sind auch die gotische Architektur und Ausstattung der drei übereinander liegenden Säle im Inneren des Donjons, der bei 7,5 m starken Wänden einen Durchmesser von über 30 m aufwies.

Zahlreiche dreisprachige Informationstafeln informieren über die Anlage von Coucy und über weiter französische Wohn- und Wehrtürme des 11. Bis 1. Jahrhunderts.

Ergänzt wird die Ausstellung von einer Dokumentation des Archäologischen Museums Frankfurt über die Ausgrabungen eines ähnlich mächtigen Wehrturms von mehr als 22 m Durchmesser und 6 m Mauerstärke. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet, aber nie vollendet.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Burgenkunde Aachen e.V..


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