Koeniginnen

Königinnen der Merowinger

Adelsgräber aus den Kirchen von Köln, Saint-Denis, Chelles und Frankfurt

10. November 2012 – 2. Februar 2013

Das Frankenreich der Merowinger, aus dem die heutigen Länder Frankreich und Deutschland hervorgingen, ist bekannt für seine machthungrigen und rücksichtslosen Könige, die reges criniti. Aber auch ihre Frauen standen ihnen an Machtwillen und Ehrgeiz kaum nach. Intelligenz, Bildung und Tatkraft – das sind die Merkmale vieler merowingischer Königinnen des 6. und 7. Jahrhunderts im Frankenreich. Als Regentinnen für unmündige Söhne und Enkel konnten sie großen Einfluss gewinnen. Sie hatten einen eigenen Hofstaat mit Beamten und konnten über ihr großes Vermögen aus Königinnenschatz, Landbesitz und Steuereinkünften frei verfügen. Oft werden sie als Gründerinnen von Kirchen und Klöstern genannt, die für das Seelenheil der Königin und ihrer Familie beteten. Doch nicht nur in der historischen Überlieferung, sondern vor allem auch im archäologischen Befund ihrer Grablegen und Grabausstattungen zeigt sich die herausragende Stellung der Königinnen der Merowinger. In der Sonderschau des Archäologischen Museums Frankfurt werden drei dieser Königinnen vorgestellt: Wisigarde († um 540), Arnegunde († um 580) und Balthilde († 680) aus langobardischem, fränkischem und angelsächsischem Adel, die in frühen Kirchen unter den heutigen Kathedralen von Köln und Saint-Denis und der Abteikirche Notre-Dame in Chelles ihre letzte Ruhe fanden. Neben den überreichen Grabschätzen der Damen aus Köln und Saint-Denis steht die wundersam erhaltene königliche Klosterbekleidung der Balthilde im Mittelpunkt der Ausstellung. Erstmals werden der kunstvoll gearbeitete Sarkophag der Arnegunde aus Saint-Denis außerhalb Frankreichs und der enigmatische goldene Siegelring der Baldehildis außerhalb Englands zu sehen sein.

Ein weiterer Glanzpunkt der Ausstellung ist das geheimnisvolle birituelle Doppelgrab des Frankfurter Doms, in dem zwei adelige Kleinkinder des frühen 8. Jahrhunderts beigesetzt wurden.

Ein deutsch-französisches Ausstellungsprojekt des Archäologischen Museums Frankfurt und des Musée d’Archéologie nationale in Saint-Germain-en-Laye in Zusammenarbeit mit der Domschatzkammer Köln.


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